Nicht viele Menschen können mit dem Begriff Transhumanismus etwas anfangen. Diese Bewegung ist, als solches oder unter diesem Label, selten bis nie in den Mainstream Medien zu finden. Die Vertreter und Sympathisanten jedoch, sind beinahe jedermann bekannt. Die Protagonisten halten sich oftmals auch bedeckt und äußern sich nicht öffentlich zum Transhumanismus. An ihrem Engagement und an ihrer Haltung sind sie jedoch meist zu erkennen.

Die Grundsätze

Die Transhumanisten denken, dass die Einschränkungen, die wir als Menschen erfahren, durch Technologie überwunden werden können. Das reicht im Grunde von der Sehhilfe, über Gadgets, die z.B. unsere Muskelkraft verstärken, bis zur Überwindung der ultimativen Einschränkung: des Todes.

Die Endlichkeit des menschlichen Lebens, wird im Transhumanismus als Herausforderung gesehen und die Lösung dieses Problems liegt in der Entwicklung geeigneter Technologie. Die Lösungsansätze selbst sind vielfältig und extrem, zumindest aus meiner Sicht,… doch dazu später.

Um besser einschätzen zu können, was Transhumanisten so denken und was diese Bewegung im Kern ausmacht, werden wir uns wieder den Anfängen zuwenden.

Die Anfänge

Der Begriff “Transhumanismus” wurde erstmals von Julian Huxley , einem britischen Philosophen, Biologen und Schriftsteller geprägt. Huxley war Mitbegründer und erster Direktor der UNESCO und hat mit seinen Verhaltensforschungen der darauffolgenden Generation des berühmten, österreichischen Forschers Konrad Lorenz, den Weg geebnet. Er war maßgeblich für die Verbreitung von Darwins Theorien verantwortlich, und nicht zuletzt Gründer des WWF.

Huxley

Huxley selbst bezeichnete sich als Humanist und Atheist, was aus heutiger Sicht etwas seltsam klingt, wenn man weiß, dass er von 1937 – 1962 als Präsident oder Vize-Präsident in der Eugenics Society tätig war. Diese Gesellschaft wurde gegründet um die Idee der Eugenik zu verbreiten. Das englische Wort “Eugenic” ist ein Kunstwort, das sich aus den griechischen Wörtern “eu” und “genos” zusammensetzt, die so viel wie gut oder besser, und Rasse bedeuten. Die Eugenik beschreibt demnach die Idee der guten oder besseren Rasse.

Eugenik und die schöne, neue Welt

Die Idee einer Herrenrasse ist nicht neu und war, nicht nur, in der damaligen Zeit, weit verbreiten. Wir erinnern uns an eine kurzfristig erfolgreiche Gruppierung in Deutschland, die großen Einfluss auf Europa hatte und ebenfalls dieser Philosophie folgte. Doch, wie gesagt, die Idee ist nicht neu, schon in der Antike waren dieselben Strömungen vertreten.

Interessant und am Rande zu erwähnen, ist auch, dass Julian Huxley, der Bruder von Aldous Huxley war, der vielen von uns durch den Roman “Schöne neue Welt” bekannt sein sollte. Man könnte das Werk als Mutter aller heute so erfolgreichen dystopischen Blockbuster und Serien einordnen. In dem Roman werden Ideen, wie die Manipulation von Föten und Embryonen und die Indoktrinierung der Bürger von Kleinkind an, die Prägung in Kasten und die Konditionierung aller Kasten auf Konsum, Sex und die Droge Soma, die jegliche Fähigkeit zum kritischen Denken nimmt. Wenn man die westliche Welt, die Technologien und unseren modernen Lebensstil betrachtet, drängen sich große Parallelen zu Aldous Huxley´s Novelle auf.

Zufall oder Programm?

Wenn man bedenkt, dass der Roman schon im Jahre 1932 veröffentlicht wurde, und unsere Gesellschaft, nicht mal 100 Jahre danach, auf dem besten Weg in ein ähnliches Schicksal ist, kann einem schon mulmig werden. Wenn aber auch noch auf das Engagement von Aldous´ Bruder, Julian Huxley, im Bereich der Eugenik blickt, dann kann man nicht umhin sich Gedanken zu machen, ob die Prophezeiungen der beiden nicht nur Zufälle waren. Vielmehr drängt sich die Frage auf, ob die beiden Jungs (und noch einige andere), an der Erfüllung dieser Prophezeiung nicht sogar gearbeitet haben. An dieser Stelle wäre vielleicht wieder der richtige Zeitpunkt, die Huxley Brüder selbst zu Wort kommen zu lassen.

Zitate:

„Jedes Unternehmen, das so unrationell produzieren würde wie die Natur, wäre sofort pleite.“

Julian Huxley

„Der Mensch ist eine in der Knechtschaft seiner Organe lebende Intelligenz.“

Aldous Huxley

Sind wir schon so weit?

Zugegebenermaßen, sind die Zitate handverlesen, damit sie in den Kontext passen.. Wenn man andere Aussagen und Zitate der Brüder Huxley kennt, ist man stark versucht daran zu glauben, dass sie, zumindest in ihrem grundlegenden Weltbild, Humanisten waren. Betrachtet man den Zustand der heutigen Gesellschaft, die technologischen Entwicklungen, wie Künstliche Intelligenz, Quantencomputer und Nanotechnologie, und die tiefgreifenden Veränderungen, die das Internet und die Entwicklung des PCs und der Smartphones mit sich gebracht haben, muss man sich aber fragen:

  • Was wäre. wenn die Bewegung, die in den 30er Jahren ihren Anfang nahm, bis heute fortbestanden hat?
  • Was wäre, wenn das Gedankengut der Eugenik umgesetzt wurde und wird, ohne dass uns die Umsetzung bewusst geworden wäre?
  • Was wäre, wenn wir, die anonyme Masse, schon auf dem Niveau sind, wo wir ähnlich wie in Huxley´s Werk “Schöne neue Welt” von klein auf indoktriniert werden, in Kasten geprägt und auf Konsum, Sex und Drogen geprägt werden?
  • War das Werk “Schöne neue Welt” von Huxley etwa gar kein dystopischer Roman sondern die Agenda?
  • Und sind einige der Ideen, die uns als liberal verkauft werden, wie Abtreibungen, Transgender, Sexuelle Revolution, Pornografie als Popkultur, etc… etwa nur effektive Mittel um die Punkte dieser Agenda durchzusetzen?
  • Sind wir etwa schon am Ende dieses Prozesses angelangt und stehen wir kurz vor der Umsetzung eines weiteren Punktes aus Huxley´s Werk, der Manipulation von Embryonen und Föten?

Interessante Fragen, denen ich mich, nach und nach, in kommenden Beiträgen zum Thema Transhumanismus widmen werde. Im folgenden Beitrag wird es aber erstmal um das Weltbild und die Akteure gehen. Da werden wir uns genauer ansehen, wie die Jungs und Mädels im Transhumanisten Lager so drauf sind und mit wem wir es tatsächlich zu tun haben. Hier die Links zu den Beiträgen über die Akteure:

Zoltan Istvan – der politische Arm des Transhumanismus

Hier der Link zur Verfassung der Transhumanisten:

Die Verfassung der Transhumanisten

Hier der Link zu einer Auswahl an verwandten Beiträgen:

Leben wir in einer Simulation?

Bleibt stark und zuversichtlich…

Quellen:

Bücher

Lesenswerte Bücher, die als Quelle oder zur Inspiration gedient haben:


Beitragsbild: © derwondrak.at – 2016

4 Kommentare

  1. Die im Artikel erwähnten Möglichkeiten werden dem Menschen über kurz oder lang unweigerlich zur Verfügung stehen, und sie werden sich durch Verbote und Gesetze nicht auf Dauer verhindern lassen. Und wie bei jeder Technologie lassen sich diese Möglichkeiten sowohl zum Nutzen als auch zum Schaden einsetzen. Es wäre aus meiner Sicht höchst wünschenswert, wenn sich wesentlich mehr Menschen mit den Ideen des Transhumanismus auseinandersetzen – und zwar ohne jede Voreingenommenheit und mit dem gesamten Gedankenspektrum, nicht nur mit »Unsterblichkeit«, »Cyborgs« und »Enhancement«.

    Was nun Aldous Huxley betrifft: Technologie, wie sie von den Transhumanisten propagiert wird (starke KI, Robotik, Nano- und Gentechnologie etc.) macht die Produktion von Deltas und Epsilons schlichtweg unnötig, ob nun mit oder ohne Agenda.
    Dafür tut Technologie etwas anderes: Sie macht Menschen unabhängiger. So, wie sie uns in der Vergangenheit unabhängiger vom Jagdglück, vom Wetter oder von tierischer Arbeitskraft gemacht hat, könnte sie uns eines Tages unabhängig von der Arbeit unserer Mitmenschen machen (wie sie es auf einigen wenigen Gebieten schon heute tut). Dass das gewaltige gesellschaftliche Konsequenzen haben wird, muss wohl nicht erwähnt werden. Und mit Sicherheit wird das, wie jeder Fortschritt, nicht ohne Brüche abgehen. Aber die Beschäftigung mit und vor allem das Nachdenken über diese Themen ist eine Voraussetzung dafür, diese Brüche zu mildern. Solange einige wenige die Entwicklung und das Denken vorantreiben, werden die Resultate und ihre Auswirkungen für die Übrigen wie der sprichwörtliche Blitz aus heiterem Himmel kommen.

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